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Rohrsysteme: Verbindungstechnik

Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene Verbindungstechniken unserer Rohrsysteme vor. Auf Seite 2 finden Sie Informationen zu Sanitärleitungen, auf Seite 3 zu Heizungs-, Solar- und Gasleitungen.

Gewinde-Verbindungen:

Wenn schwarze oder verzinkte Stahlrohre zum Einsatz kommen, werden für die Verbindung mit Formteilen Gewinde geschnitten.
Die Außendurchmesser sind genormt und werden in Zoll angegeben. Auch die Art des Gewindes ist festgelegt. Das sogenannte konische Whitworth-Gewinde wurde benannt nach dem britischen Erfinder im 19. Jahrhundert.

Die Fittings bestehen aus stahlähnlichem Temperguss. Beim Einbau von Armaturen oder Wasserzählern kommen aber auch häufig Verlängerungen und Formteile aus Rotguss zum Einsatz.

Als Dichtmittel zwischen Rohr und Fitting wird von den meisten Installateuren Hanf verwendet. Dieser hat die Eigenschaft, in Verbindung mit Wasser aufzuquellen. Um ein Austrocknen von nicht wasserberührten Stellen und zukünftige Undichtigkeiten zu verhindern, wird zusätzlich eine Dichtpaste aufgetragen.
Alternative Dichtmittel wie Teflonband haben sich bei verzinkten Rohren bisher nicht auf breiter Front durchgesetzt.

Presssysteme:

Presssysteme bieten die Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit umfangreiche Rohrnetze aufzu- bauen. Die Festigkeit nach dem Pressen wird durch die Verformung der Muffe und des Grundrohres, die Dichtheit durch den gestauchten Gummiring erreicht.
Mit Biegemaschinen können ohne viel Aufwand Bögen und Sprünge erstellt und damit Fittings gespart werden.

Ein großer Vorteil im Vergleich zu anderen Rohrsystemen ist bei allen Pressvarianten - ob Edelstahl, unlegierter Stahl, Kupfer oder Verbundrohr - vor allem die einfache und schnelle Installation. Es entsteht keine Schlacke, man benötigt keine offene Flamme und es müssen nicht zeitaufwändig Gewinde geschnitten werden.
Wichtig bei Presssystemen ist vor allem sauberes und genaues Arbeiten, da nur so die Dichtringe unbeschädigt bleiben und weil einmal verpresste Verbindungen nicht mehr gelöst werden können.

Stecken und Klemmen:

Steckverbindungen kennt man vor allem aus der Abwassertechnik. Da in den Rohren kein Überdruck herrscht, sind keine großen Längskräfte zu erwarten. Die Rohre und Formteile können nach Zugabe von speziellem Gleitmittel einfach zusammengesteckt werden.
Steckfittings für die Trinkwasserinstallation sind mittlerweile ebenfalls auf dem Markt. Durch integrierte Widerhaken verkeilt sich der Fitting mit der Rohraußenwand, um ein Heraus- rutschen zu verhindern. Die Abdichtung erfolgt wie bei Presssystemen mit Dichtringen, die aber nicht zusätzlich angepresst werden. Die Methode ist zwar schnell, der Fitting kann aber nach dem Aufstecken nicht mehr, oder nur mit einem Spezialschlüssel entfernt werden, was bei beengten und schwierigen Einbausituationen von Nachteil ist. Außerdem gibt es die Verbindungsteile, die mit zugelassenen Rohren verbaut werden müssen, nur in kleinen Dimensionen, da der Kraftaufwand mit zunehmender Größe spürbar steigt.
Deshalb werden solche Stecksysteme auf absehbare Zeit keine Alternative für das gängige Pressen sein.

Klemmverschraubungen sind für lösbare Anschlüsse von Kunststoff-, Verbund- und Metall- rohren gedacht. Der Überwurf erfüllt dabei zwei Aufgaben gleichzeitig. Während er die beiden Dichtflächen aneinander presst, wird ein Klemmring an die Rohraußenseite gedrückt. Das hat je nach System entweder nur eine Sicherungsfunktion gegen das Herausrutschen des Rohres oder trägt zusätzlich zur Abdichtung bei.
Diese Verbindungstechnik wird an Stellen eingesetzt, wo Reparatur- oder Wartungsarbeiten möglich sein sollen. Sie ist nicht für die Installation ganzer Rohrnetze geeignet.

Kleben:

Bestimmte Kunststoffrohre können geklebt werden. Dazu müssen die Oberflächen von Rohr und Muffe mit einem Reinigungsmittel gesäubert werden, das gleichzeitig die Oberfläche geringfügig aufweicht, damit der Klebstoff besser haftet. Wichtig ist nun, dass beide Teile gleichmäßig bestrichen werden und zügig in einer Drehbewegung zusammengesteckt werden.
Der Vorteil dieser Technik ist, dass die Verbindung nach dem Aushärten längskraftschlüssig ist. Allerdings kann die Dichtheit erst nach dem Einbau festgestellt werden und die Dämpfe des Reinigers und des Klebstoffs sind nicht gerade angenehm. Korrekturen an den Klebe- stellen sind schon nach kurzer Zeit nicht mehr möglich.
Geklebt wird heute in der Hausinstallationen eher weniger. Einsatzbereiche sind vor allem größere Druckleitungsanlagen für Brunnen- oder Betriebswässer.

Schweißen und Löten:

Hauptsächlich bei größeren Heizungsanlagen, aber auch bei Gas- und Druckluftleitungen, verwendet man zum Teil noch Stahlrohre aus St37, die miteinander verschweißt werden.
Die Verbindung erfolgt durch Autogenschweißen. Dabei wird nach dem Heften durch Zugabe des Schweißdrahtes zum Schmelzbad eine Naht hergestellt.
Es ist dabei sehr wichtig, exakt zu arbeiten und Flanschen oder Fittings mit Wasserwaage und Flanschwinkel gerade auszurichten, damit beim weiteren Einbau der Leitungen keine Abweichungen entstehen oder die Verbindungen undicht sind. Die Qualität einer Schweißnaht hängt stark vom Können und der Sorgfalt des Installateurs ab.
Nachteile dieser Technik sind, dass beim Abkühlen der Schweißnähte ein feiner, schwarzer Schlackenstaub entsteht und eine Korrosion der Leitungen durch Streichen oder spezielle Dämmungen verhindert werden muss.

Vor der Einführung von Presssystemen war das Löten von Kupferrohren vor allem bei Solaranlagen, Warmwasserleitungen und kleineren Heizungsanlagen üblich.
Die Oberfläche des Rohres und die Innenseite der Muffe müssen gereinigt und mit Lötfett bestrichen werden. Installateure löten nicht wie Elektroniker mit einem Kolben, sondern mit einem Brenner, da das Rohr und der Fitting mit dem Flussmittel gleichmäßig rundherum erhitzt werden müssen. Nur so füllt das Zinn durch die Kapillarwirkung den gesamten Zwischenraum aus und die Verbindung ist dicht.

Wie beim Autogenschweißen von Stahlrohren besteht auch hier bei unsachgemäßer Hand- habung durch die offene Flamme Brandgefahr. Zudem versprödet der Werkstoff an den Lötstellen und es entstehen Spannungen, die sich je nach Einsatzgebiet nachteilig auf das Material und dessen Langlebigkeit auswirken können.

Eine Variante dieser Technik stellt (vor allem bei Abflussrohren) das Elektroschweißen dar. Spezielle Schweißmuffen mit integrierten Elektroden werden über ein Zusatzgerät so stark erwärmt, dass sie mit der Rohroberfläche verschmelzen. Diese Technik führt zu sehr stabilen Verbindungen, ist aber aufwändig und teuer.

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