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Heizflächen

Allgemeines:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Heizwärme im Wohnraum zu verteilen. Neben den unterschiedlichen Heizkörpern kommen immer mehr Niedertemperatur-Heizflächen zum Einsatz. Bei Wärmepumpen etwa sind Fußboden- oder Wandheizungen mit ihren geringen Systemtemperaturen am effektivsten.

Heizkörper:

Heizkörper werden in verschiedenen Bauarten angeboten:
Die Urform ist der genormte Gliederheizkörper aus Guss oder Stahl.
Verdrängt wurde er in vielen Fällen durch die erheblich leichteren und weniger schmutzan- fälligen Plattenheizkörper in verschiedenen Leistungstypen und Abmessungen.
Dabei unterscheidet man zwischen Konvektoren und den verbreiteteren Radiatoren:
Konvektoren geben über einen erhöhten Luftstrom die meiste Wärme direkt an die Raumluft ab. Sie werden deshalb gerne im Unterflur- und Schachteinbau betrieben.
Radiatoren erzeugen stattdessen mehr Wärmestrahlung, wodurch die Behaglichkeit im Raum schneller erreicht wird. Sie sind mit profilierter oder glatter Front lieferbar.

Bildergalerie Hier finden Sie Beispiele für Heizkörper in der Praxis. Galerie

Zur Raumgestaltung eignen sich Röhren- und Designheizkörper, auf Wunsch auch farbig. Sehr häufig werden Sprossenheizkörper eingesetzt, deren waagerechte Rohre als praktische Möglichkeit dienen, um Bade- oder Handtücher zu trocknen.
Die Heizleistung ist aber begrenzt und muss in größeren Räumen unterstützt werden,
z.B. von einer Fußbodenheizung:

Niedertemperatur-Heizflächen:

- Fußbodenheizung

Auf speziellen Noppen- oder Verbundplatten werden lange, flexible Kunststoffrohre befestigt und mit Heizungswasser von üblicherweise 30 bis 40°C durchströmt - je nach Außen- temperatur. Diese Schicht befindet sich unter dem Estrich, der dadurch erwärmt wird und diese Energie an die Raumluft abgibt.
Eine gute Dämmung unter der Fußbodenheizung ist wichtig, damit die Wärme nicht nach unten verloren geht. Daher muss zusätzlich eine Ausgleichsdämmung zwischen Rohboden und Fußbodenheizungs-Platten verlegt werden.

Hier sehen Sie den typischen Aufbau einer Fußbodenheizung: Aufbau einer Fußbodenheizung

Einzelne Räume und größere Flächen werden in mehrere Heizkreise unterteilt, die an einen Verteiler angeschlossen sind. Auf diesem Verteiler sitzen Stellantriebe, die jeden Heizkreis öffnen oder schließen können und über ein Raumthermostat angesteuert werden.
Bei kleineren Flächen z.B. im Bad können Fußbodentemperierungen mit einer Regelbox an Heizkörper-Kreise mit höheren Temperaturen angeschlossen werden, ohne dass dafür extra eine zusätzliche Pumpengruppe mit Mischer und Regelung notwendig wird.

Als Bodenbelag setzt man am besten Fliesen ein, da sie die Wärme gut leiten. Mittlerweile gibt es aber auch Parkettböden und Teppiche, die für Fußbodenheizungen geeignet sind. Es muss vor allem darauf geachtet werden, dass die Heizleistung trotz Bodenbelag noch ausreicht.

Bildergalerie Hier finden Sie Beispiele für Fußboden- und Wandheizungen in der Praxis. Galerie

- Wand- und Deckenheizung

Wandheizungen werden als fertige Panele oder individuell montierbare Rohrschlangen befestigt und verputzt. Damit durch die Temperaturschwankungen der Heizschlangen keine Risse entstehen, müssen Streckmatten eingearbeitet werden.
Vor allem bei geringen Heizlasten in Niedrigenergiehäusern sind sie eine gute Alternative, wenn z.B. dicke Holz- oder Teppichböden verlegt werden sollen. Es ist aber zu beachten, dass die Wandflächen nicht mit Möbeln verstellt oder mit Bildern behängt werden dürfen.

Eine Deckenheizung gibt vorwiegend Strahlung ab, die erst beim Auftreffen auf Personen und Objekte Wärme entwickelt. Trotzdem entsteht auch an den Heizelementen warme Luft, die durch Dämmmaßnahmen im Raum gehalten werden muss.
Deckenheizungen werden nur selten in Wohnräumen eingesetzt, sondern vor allem in Sport- oder Industriehallen bei hohem Komfortanspruch. Alternativ ist in solchen Fällen der Einsatz von Infrarotstrahlern mit integriertem Wärmeerzeuger möglich, was meist einfacher zu realisieren ist.

Einsatz in der Praxis:

Die Fußbodenheizung schafft ein sehr angenehmes Raumklima durch die gleichmäßige Verteilung der Wärme, die langsam nach oben steigt und den Körper über den Boden direkt erreicht.
Leider ist sie aber sehr träge. Durch die niedrigen Heizwassertemperaturen und die Verlegung unter Estrich und Bodenbelag dauert es vom Heizbeginn bis zur spürbaren Wärmeabgabe relativ lange.

Heizkörper und Konvektoren werden dagegen mit heißerem Wasser beschickt und reagieren deutlich schneller. Sie erwärmen den Raum aber weniger gleichmäßig und sind daher nicht so komfortabel.

Eine optimale Lösung wäre natürlich die Kombination beider Systeme:
Den Grundwärmebedarf kann man mit Fußbodenheizungen decken und das schnelle Aufheizen durch Radiatoren gewährleisten.