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Brennwerttechnik

Höherer Wirkungsgrad durch Brennwertnutzung:

Moderne Brennwertgeräte für Heizöl- und Gas-Betrieb haben laut Herstellerangaben einen Wirkungsgrad von über 100%.
Der Wirkungsgrad sagt aus, wie viele Prozent der im Brennstoff enthaltenen Energie als Wärme genutzt werden können.
Die Herstellerangabe bezieht sich allerdings nur auf den Heizwert der trockenen Verbrennung und dient hauptsächlich zum Vergleich mit der Effizienz alter Heizwertkesseln. Die zusätzlichen Prozente bei Brennwertgeräten werden aus dem Abgas gewonnen und zum Heizwert addiert.
Wenn sich die Angabe auf den Brennwert der feuchten Verbrennung beziehen würde, kämen Werte unter 100% heraus, die sich aber im Verkaufsprospekt nicht so gut machen ;)

Technik:

Bei der Verbrennung von Kohlenwasserstoffen - aus denen Heizöl, Erdgas, Flüssiggas und zum Großteil auch Holz bestehen - entsteht bei vollständiger Verbrennung Kohlendioxid und Wasserdampf. Wärmeerzeuger ohne Brennwerttechnik lassen diese Abgasbestandteile einfach durch den Kamin entweichen.
Im Gegensatz dazu wird das Abgas im Brennwert-Wärmetauscher bis unter den Taupunkt abgekühlt, der Wasserdampf wird flüssig und gibt dabei zusätzliche Kondensationswärme ab. Diese Wärme wird ebenfalls für die Beheizung genutzt und es ergeben sich so bei Gas-Brennwertgeräten Wirkungsgrade von bis zu 110 %!
Bei der Verbrennung von schwefelarmem (Standard-)Heizöl entsteht dabei heutzutage auch kein aggressives Kondensat mehr, das vor der Einleitung in den Abwasserkanal neutralisiert werden müsste.
In Heizräumen im Keller benötigt man bei hohen Abflussanschlüssen dazu aber oftmals kleine Kondensat-Hebepumpen.

Noch wichtiger als bei alten Heizwertkesseln mit trockener Verbrennung ist bei Brennwert- geräten die regelmäßige Reinigung des Wärmetauschers, um Ablagerungen zu entfernen, durch die der Wärmeübergang gebremst wird.
Durch die feuchten Oberflächen bleiben Verbrennungsrückstände hängen und bilden harte Verkrustungen, durch die der Wirkungsgrad sinkt und der Verbrauch steigt. Außerdem können bei der regelmäßigen Wartung Verschleißteile überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden, wodurch unerwartete Störungen oftmals vermieden werden können.
Bei Pelletskesseln ist die Brennwerttechnik noch nicht so stark verbreitet, da sich die Asche im feuchten Abgasweg stark ablagert und nur durch automatische Spülvorgänge mit Trinkwasser und häufige Reinigungen entfernt werden kann. Auch Abgasanlage und Kondensatpumpe müssen auf das aschehaltige Wasser ausgelegt sein.

Bildergalerie Hier finden Sie Beispiele für Heizkessel mit Brennwerttechnik in der Praxis. Galerie

Abgasanlagen:

Gängige Brennwertgeräte arbeiten im Überdruckbetrieb an Abgasleitungen, die einen deutlich geringeren Querschnitt aufweisen, als klassische Kamine, die für die gleiche Heizleistung ausgelegt sind. Das kommt sowohl durch die niedrigeren Abgastemperaturen, wodurch das Gasvolumen sinkt, als auch die effizientere Verbrennung. Für die gleiche Wärmemenge muss weniger Öl- oder Gas verbrannt werden.
Durch eine raumluftunabhängige Montage kann sogar auf die sonst obligatorische Frischluft- Nachströmung verzichtet werden.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite Abgasanlagen.

Fazit:

Die Brennwerttechnik bei Öl- und Gasheizungen ist seit vielen Jahren Standard.
Durch robuste Wärmetauscher und kompakte Geräte wird der Einsatz immer einfacher.

Brennwertheizungen sind sparsam, zuverlässig und fast überall einsetzbar - auch in Kombination mit thermischen Solaranlagen und in modernen Niedrigenergiehäusern.